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Grüne Politikerinnen besuchen Methadonambulanz im Bezirksklinikum
Maria Scharfenberg kritisiert Eichhorn
Grüne Politikerinnen besuchen Methadonambulanz im Bezirksklinikum - Maria Scharfenberg kritisiert Eichhorn
Die Grünen-Politikerinnen Elisabeth Scharfenberg (MdB), Maria Scharfenberg (MdL) sowie Bezirksrätin Ingeborg Hubert informierten sich am Regensburger Bezirksklinikum über die Suchtbehandlung und die Erfahrungen mit der Methadonambulanz.
Dr. Willi Unglaub, der zuständige Arzt der Metadonambulanz, erläuterte das Konzept und die Vorteile der Substitutionsbehandlung. Während die Patienten anfänglich täglich in die Ambulanz kommen müssten, sei das später nicht mehr notwendig. Sobald die Patienten über einen längeren Zeitraum keine Drogen zusätzlich nähmen, könnten Sie ihre Methadondosis auch mit nach Hause nehmen. „Das ist einer der größten Vorteile für die Patienten“, erläuterte Unglaub. Die Patienten würden in dieser Therapiephase nur noch zweimal pro Woche ambulant kommen. Wichtig sei dabei aber auch die psychosoziale Betreuung.
Das bestätigten auch zwei Patienten, die sich zu einem Gespräch mit den Politikerinnen bereit erklärt hatten. „Nicht nur das Methadon hat mir geholfen, auch die Gespräche. Dass mich mal einer fragt, wie geht’s Ihnen, und dann zuhört“, erinnert sich ein Patient. Eine junge Patientin bestätigte: „Ja, die Gespräche sind schon wichtig. Und dass ich mit meinem Mann und meinem Kind auch mal eine Woche in den Urlaub fahren konnte.“
„Die Möglichkeiten der Substitutionstherapie sind noch lange nicht ausgereizt“, ergänzte Unglaub. Er sieht noch viel Potential in dieser Therapieform und beurteilt die kontrollierte Abgabe von Heroin, wie jetzt gerade von Gesundheitsexperten diskutiert, durchaus kritisch. „Wenn ein Drogenabhängiger die Wahl zwischen Heroin und Methadon hat, wird er wohl immer Heroin bevorzugen. Was ist dann gewonnen?“ fragte Unglaub, fügte aber hinzu: „Letztendlich zählt immer der einzelne Mensch. Wir brauchen die passende Therapie für jeden einzelnen Patienten.“
Elisabeth Scharfenberg, Mitglied im Gesundheitssauschuss des Deutschen Bundestages, machte darauf aufmerksam, dass es bei der kontrollierten Abgabe von Heroin um einen kleinen Kreis von schwer opiatabhängigen Patienten gehe, bei denen andere Substitutionsbehandlungen nicht erfolgreich waren. „Die Wirksamkeit der Heroinbehandlung ist durch ein mehrjähriges Forschungsprojekt belegt.“ Danach gehe es etwa 80 Prozent der Suchtkranken besser, so die Grünen-Politikerin. „Ihre körperlichen Beschwerden nehmen ab. Sie gehen häufig einer geregelten Arbeit nach und sind sozial integriert. Der Kreislauf von Beschaffungskriminalität und Verelendung wird gestoppt.“
Die Landtagsabgeordnete Maria Scharfenberg kritisierte die Position der örtlichen Bundestagsabgeordneten Maria Eichhorn, der Drogenbeauftragten der Unionsfraktion, die die heroingestützte Therapie von Schwerstabhängigen nicht fortführen möchte: „Leidtragende wären aus meiner Sicht vor allem diejenigen, bei denen die Methadon-Behandlung nicht zum Erfolg führt“. Für diesen Personenkreis müsse auch weiterhin eine alternative und wirksame Therapie zur Verfügung stehen.
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