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Presseartikel vom 23.08.2006

„Verbesserungen am Bahnhof dringend nötig“
Grünen-MdL Maria Scharfenberg kritisiert Staatsregierung / „Stärkere Verzahnung mit ÖPNV“ - Mittelbayerische Zeitung

MAXHÜTTE-HAIDHOF (ku/mz). Einen Ausbau des Bahnhofs von Maxhütte-Haidhof hält die grüne Landtagsabgeordnete Maria Scharfenberg für dringend nötig. Auch die Verzahnung der Bahn mit dem Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) müsse verbessert werden. Mit einer Antwort der Staatsregierung auf eine entsprechende Anfrage ist die Regensburger Grünen-Politikerin nicht zufrieden.

„Fragwürdige Prestigeobjekte haben bei der Staatsregierung höhere Priorität als Investitionen in der Fläche“, kritisiert die verkehrspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion in einer Pressemitteilung. „Statt die Attraktivität des vorhandenen Schienensystems zu verbessern, hätschelt die CSU vor allem ihr liebstes Kind, den Transrapid.“ Das schließt die Grünen-Politikerin aus einer Antwort der Staatsregierung auf ihre Anfrage zum Zustand der wichtigsten Bahnhöfe in der Oberpfalz.
Vor einigen Jahren waren der zuständigen DB Station&Service noch Mittel aus dem bayerischen Landeshaushalt zur Verfügung gestellt worden, aus denen kleinere Maßnahmen zur Aufwertung der Bahnhofsgebäude in der Oberpfalz finanziert wurden. Aufgrund der „von der schwarz-roten Bundesregierung beschlossenen Kürzung der Regionalisierungsmittel“ sehe die Staatsregierung derzeit aber kaum Handlungsspielräume, aus Landesmitteln zusätzliche Investitionsmaßnahmen an Bahnhöfen zu unterstützen.

Scharfenberg: „Das ist typisch CSU! Den schwarzen Peter nach Berlin schieben, und das, obwohl die CSU auch an der Großen Koalition beteiligt ist und auch der Freistaat Bayern im Bundesrat nichts gegen die Kürzung der Regionalisierungsmittel unternommen hat.“

So gebe es zum Beispiel am Bahnhof in Maxhütte-Haidhof, der zu den zehn meist frequentierten der Oberpfalz gehöre, noch viel zu tun. Handlungsbedarf sehe die Staatsregierung im Bereich des Empfangsgebäudes und der Bahnsteige, um die Attraktivität für die Fahrgäste zu verbessern. Die Aufenthaltsqualität sei verbesserungsbedürftig, das Angebot an Sitzplätzen zu gering. Auch gebe es keine Anlagen zur dynamischen Fahrgastinformation. Außerdem sei der Bahnhof nicht barrierefrei ausgebaut.

Gehbehinderte Menschen, die auf Angebote des öffentlichen Nahverkehrs oft mehr als andere angewiesen seien, könnten derzeit den Bahnhof nicht oder nur eingeschränkt nutzen, so Scharfenberg: „Der angekündigte Neubau der Bahnsteigunterführung samt Erneuerung der Bahnsteige, der auf der Grundlage zinsloser Darlehen gemäß § 8 Absatz 2 Bundesschienenwegeausbaugesetz erfolgen soll, muss bald und auch barrierefrei ausgeführt werden.“ Mit dem Thema hat sich kürzlich auch der Arbeitskreis Städtedreieck beschäftigt (MZ berichtete). Die Bürgermeister zeigten sich verwundert, dass die Bahn Finanzierungszusagen nicht einhalte.

Und ein weiteres Manko sieht laut Scharfenberg auch die Bayerische Staatsregierung: So bestünden zu Tagesrandzeiten und am Wochenende bei den Schnittstellen mit dem allgemeinen ÖPNV noch Lücken. „Verbesserungen in diesen Bereichen könnten die Attraktivität der Bahn deutlich erhöhen“, ist sich die Grünen-Politikerin sicher.

Eine stärkere Verzahnung mit dem Busverkehr könnte den Bahnhof auch für die anderen Kommunen des Städtedreiecks attraktiver machen. Scharfenberg: „Die kurzen Fahrzeiten des Zuges sind so attraktiv, dass auch ein Umsteigen noch lohnender ist als beispielsweise mit dem Bus, der an jeder Milchkanne hält, direkt bis nach Regensburg zu fahren.“ Auch sei zu prüfen, ob am Bahnhof Maxhütte-Haidhof zu weniger nachgefragten Zeiten Anruf-Sammeltaxen zum Einsatz kommen könnten.





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