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Die letzte "Oase" in ganz Bayern
Nur in der Oberpfalz: Kostenlose Tagesstätte für psychisch Kranke - MdL Maria Scharfenberg zu Gast - aus: Der Neue Tag
Weiden. (ps) Der Name ist treffend gewählt: Die Tagesstätte "Oase" in Weiden ist für psychisch kranke und psychisch behinderte Menschen eine "Oase", in der sie sich ungezwungen treffen können und lebenspraktische Hilfe erhalten. Sie ist mittlerweile aber auch bayernweit eine "Oase", machte MdL Maria Scharfenberg bei ihrem Besuch am Montag klar. Denn: "So ein niedrigschwelliges offenes Angebot gibt es nur noch in der Oberpfalz."
"Tagesstätten gibt es in allen Regierungsbezirken", räumte die Abgeordnete der Grünen ein. "Aber überall sonst müssen die psychisch Kranken ihre Personalien angeben, ihr Einkommen offenlegen und sich an den Kosten beteiligen. Das schreckt natürlich viele ab." In Weiden dagegen würden auch Leute angesprochen, "die sonst gar kein Beratungsangebot annehmen würden", bestätigte Thomas Fehr. Der Leiter des Soziotherapeutischen Zentrums (STZ) Weiden/Tirschenreuth hieß die Grünen-Abgeordnete anlässlich des zehnjährigen Bestehens der "Oase" in den Räumen in der Hochstraße 5 a willkommen.
Möglich ist diese bayernweit einmalige Regelung dank der Regierung der Oberpfalz. "Sie trägt 90 Prozent unserer Sach- und Personalkosten", erklärte Michaela Weiß, Projektleiterin des Sozialteams. Georg Ram, seit 1977 Sprecher der Tagesstättenbesucher, führte die Landtagsabgeordnete durch die Räumlichkeiten. Aus dem Wochenprogramm der Tagesstätte können sich die Besucher verschiedene therapeutische oder kreative Angebote auswählen. Die "Oase" bietet außerdem lebenspraktische Hilfen an. "Damit verhindern wir mit Sicherheit manchen Aufenthalt in der Psychiatrie", sagte Michaela Weiß. Durch die Unterstützung kämen die Betroffenen länger ohne stationäre Behandlung aus. "Das spart Kosten und entspricht der politisch geforderten Eingliederung in die Gesellschaft", begrüßte Scharfenberg das Konzept.
Sie versprach dem Führungsduo auch Unterstützung in Sachen Landespsychiatrieplan. "Auf hundert Seiten ist im bisherigen Entwurf nur ein einziger Satz den psychisch kranken, alten Menschen gewidmet", kritisierte Michaela Weiß. "Dabei wächst ihre Zahl drastisch an." Nicht nur weil die Lebenserwartung allgemein steigt. Auch weil die Zahl der psychisch Kranken erst seit 1945 - Stichworte: Nationalsozialismus und Euthanasie - wieder kontinuierlich wächst.
"Die psychisch Kranken in unseren Wohnstätten in Tirschenreuth werden immer älter. Wenn sie pflegebedürftig werden, müssen sie nach der jetzigen Lage in ein Pflegeheim umziehen", bedauerte Thomas Fehr. Damit würden sie aus der vertrauten Umgebung gerissen. Und: "Das Personal in Pflegeheimen ist für den Umgang mit psychisch Kranken mit Wahnvorstellungen oder Schizophrenie nicht speziell geschult." Sinnvoller wäre es, ambulante Pflegedienste in die Wohnstätten zu holen oder spezielle geronto-psychiatrische Pflegewohngruppen an die Wohnstätten anzugliedern.
Grüne für Änderungen
Auch Maria Scharfenberg sprach sich für derart differenzierte Lösungen aus. Sie sicherte zu, dass sich die Grünen bei der Diskussion des neuen Bayerischen Landespsychiatrieplans im Herbst für entsprechende Änderungen stark machen würden.
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