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Presseartikel vom 06.04.2006

Scharfenberg entsetzt über Attacke junger Rechtsradikaler
Bayerwaldecho

Nachdem sie in Cham einen 36-jährigen irakischen Asylbewerber niedergeschlagen hatten, sind drei Jugendliche aus dem Landkreis in der Nacht zu Mittwoch nach kurzer Fahndung festgenommen worden. Ein vierter Tatverdächtiger ist namentlich bekannt. Der Iraker erlitt Gesichtsverletzungen und befindet sich in einem Krankenhaus.

Der in Regensburg wohnende Mann war mit dem Zug am Dienstag kurz nach 21Uhr am Bahnhof in Cham angekommen. Während er auf die Weiterfahrt wartete, sprachen ihn vier junge Männer mit kurzen Haaren, alle schwarz gekleidet, an. Die Jugendlichen fragten den ihnen Unbekannten nach seiner Herkunft, was er in Deutschland wolle und forderten ihn auf, „wieder nach Hause“ zu gehen. Als der Angesprochene wegging, folgten ihm die vier Täter auf die Bahnhofstraße und sprachen ihn erneut an, wie die Polizei berichtet. Mehrere der Männer schlugen danach auf den Iraker ein. Drei Täter fuhren anschließend mit dem Zug weg und nahmen den Rucksack des Überfallenen mit. Der schwerverletzte Mann wurde von einem vorbeikommenden Chamer zur Polizei begleitet. Beamte der Rodinger Polizei nahmen während der ausgelösten Fahndung gegen Mitternacht im Raum Roding drei Tatverdächtige fest. Alle waren Männer waren laut Polizei deutlich alkoholisiert. Der verletzte Iraker befindet sich in stationärer Behandlung. Nach bisherigen Erkenntnissen dürften die Tatverdächtigen, 15, 16, 17 und 19 Jahre alt, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sein. Die Kriminalpolizei hat die weiteren Ermittlungen übernommen.

Mit Bestürzung reagierte gestern die Landtagsabgeordnete der Grünen, Maria Scharfenberg, auf den Vorfall. „Die Tat zeigt deutlich, welche Dimension der Rechtsextremismus in unserer Region mittlerweile erreicht hat. Sie zeigt deutlich, wie richtig und wichtig es am vergangenen Wochenende war, gegen die Gewalt von Rechts zu demonstrieren.“ Scharfenberg trat in einer Pressemitteilung für „mehr Aufklärung, mehr Staatsbürgerkunde an den Schulen und mehr Jugendsozialarbeit“ ein, „um das Problem an der Wurzel zu packen“.





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