|
Schulsozialarbeit in der Oberpfalz: Grüne fordern mehr Prävention statt Repression
Maria Scharfenberg kritisiert Kultusminister Siegfried Schneider
Auf großes Unverständnis bei der Grünen-Landtagsabgeordneten Maria Scharfenberg stoßen Äußerungen von Kultusminister Siegfried Schneider. Das bayerische Kabinett hatte gestern einen Maßnahmenkatalog beschlossen, der unter anderem erweiterte Möglichkeiten für einen Unterrichts- oder Schulausschluss von auffälligen Schülerinnen und Schülern vorsieht. Schneider hatte dabei einer Pressemitteilung der Staatskanzlei zufolge gesagt, wenn alle Prävention nicht helfe, müssten die Schülerinnen und Schüler auch die entsprechenden Konsequenzen tragen.
Maria Scharfenberg: "Ich halte es für geradezu absurd, dass der Staatsregierung immer nur repressive Maßnahmen einfallen, statt tatsächlich auf Prävention zu setzen. Wir Grüne hingegen halten den Ausbau der Schulsozialarbeit für den richtigen Weg. Die nordischen Länder mit guten PISA-Ergebnissen machen uns das vor. Trotz der Feststellung des Bedarfs durch die Träger der öffentlichen Jugendhilfe will die Landtags-CSU aber für die Schulsozialarbeit in der Oberpfalz kein zusätzliches Geld zur Verfügung stellen."
Eine Anfrage der Grünen-Politikerin hatte ergeben, dass bei der Regierung der Oberpfalz für 2006 vier Anträge zur Einrichtung neuer Stellen für Schulsozialarbeit vorgelegen waren. Aufgrund der angespannten Haushaltslage könnten nach Ansicht der Staatsregierung aber keine weiteren Stellen finanziert werden. Betroffen davon seien die Dreifaltigkeits-Volksschule und die Willmannschule (beide in Amberg), die Hauptschule in Mitterteich sowie das Staatliche Berufsbildungszentrum in Regensburg. Sogar die Finanzierung der schon bestehenden neun Stellen in der Oberpfalz stehe unter dem Vorbehalt etwaiger Änderungen durch den Nachtragshaushalt 2006, so die Antwort der Staatsregierung.
|