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Gen-Mais in Almesbach
Grüne warnen: Anbau schon heuer auf 100 Quadratmetern geplant - Neuer Tag Weiden
Weiden. (rg) Die Grünen schlagen Alarm. Per Fax ließ MdL Maria Scharfenberg am Donnerstag um 16.15 Uhr die Bombe platzen: "In Almesbach soll Gen-Mais angepflanzt werden." Die entsprechende Information stammt dem Vernehmen nach aus dem "Anbauregister 2006" des Bundesamtes für Landwirtschaft.
"Und wenn's dort veröffentlicht ist, wird's wohl stimmen", erklärt Jürgen Mistol vom Büro Scharfenberg in Regensburg auf NT-Nachfrage. Helmut Konrad, Leiter der Lehr- und Versuchsanstalt in Almesbach, zeigte sich überrascht: "Uns hat bisher niemand informiert." Bei solchen "brisanten Sachen" sei dies unüblich.
Wie auch im Internet (www.bvl.bund.de, Links Gentechnik, Standortregister) nachzulesen ist, soll gentechnisch veränderter Mais noch heuer auf einer 100 Quadratmeter großen Fläche auf dem "Greuthacker" gedeihen. Laut Mistol wäre dies "der erste derartige Fall in der Oberpfalz". Für die Grünen ein Rückschritt. Vormals setzten sie in der Bundesregierung noch eine Haftungsregelung im Gengesetz durch, wonach Genfeld-Bewirtschafter für "Verunreinigungen" auf Nachbarfeldern haften. Hintergrund: Maispollen können mehr als 600 Meter weit streuen. Die Gefahr des Regresses führte laut MdL Scharfenberg dazu, dass 2005 der Anbau von Gen-Mais "auch in Bayern deutlich zurückging". Bundesminister Horst Seehofer (CSU) hat jedoch bereits angekündigt, die Haftungsregelung zu lockern. Der neue Koalitionsvertrag sehe eine Wende im Anbau von Gen-Pflanzen vor, bedauert Maria Scharfenberg. "Dabei lehnen über 70 Prozent der Verbraucher Gentechnik in Lebensmitteln ab."
Die Veröffentlichung eines geplanten Anbaus, wie jetzt für Almesbach geschehen, erfolgte "offenbar schon im Vorgriff auf neue gesetzliche Regelungen", wie die Abgeordnete vermutet. Sie appelliert, auf die "Freisetzung von Gen-Mais" in Almesbach zu verzichten: "Die zu befürchtenden Verunreinigungen können zu erheblichen Markteinbußen für die umliegenden Landwirte führen und öffnen der Gentechnik in der Oberpfalz Tür und Tor."
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